Wie kam ich überhaupt auf die Idee?

Ein Freund fragte mich während meiner Diät im Mai, warum ich nicht einfach mal an einem kleinen Wettkampf teilnehmen würde. Einfach für mich, um vielleicht auch etwas „Bühnenluft“ zu schnuppern und vor allem für die Motivation danach.

Ich war mir unsicher, ob ICH mich auf eine Bühne wagen sollte? Ich wurde daraufhin auch noch von anderen Leuten angesprochen, ob ich mir denn vorstellen könnte auf die Bühne zu gehen.. und dann gab mir eine sehr gute Freundin, der ich davon erzählte, den entscheidenden Schubser, es einfach FÜR MICH zu machen. Nicht um zu gewinnen, die Beste zu sein oder jemandem etwas zu beweisen. Einfach für mich, um meiner bisherigen „Arbeit“ ein kleines Krönchen aufzusetzen und ein konkretes Ziel für meine Diät vor Augen zu haben.

Und so meldete ich mich an… 😉

 

Die Vorbereitung

– Ernährung –

Die Wettkampfdiät

Da ich von März bis Mai bereits meine sowieso geplante Diät durchgezogen hatte, war bereits eine gewisse Grundlage vorhanden. Um aber nicht bis August durchzudiäten, habe ich vor den 10 Wochen Wettkampfdiät 4 Wochen auf Erhalt/ im minimalen Überschuss gegessen, um die Glykogenspeicher nochmal aufzufüllen, bevor es in die heiße Phase ging.

Danach fuhr ich ein Kaloriendefizit von 300-400 Kalorien, meine Makros verteilte ich wie in meinem Diät-Ratgeber beschrieben. Lediglich in den letzten vier Wochen habe ich das Protein auf 2g/kg Körpergewicht erhöht, um den Muskelschutz zu gewährleisten.

Während der 10 Wochen gab es keine Cheatdays oder Ladetage. Ab und an habe ich mir etwas Schokolade innerhalb der Kalorien gegönnt, aber auch nur sehr selten, da ich meine Mahlzeiten lieber voluminös gestalten wollte.

 

Die „Peak Week“

Die letzte Woche vor dem Wettkampf nennt man „Peak Week“. Hier sollte darauf geachtet werden, alles Blähende und Reizende zu vermeiden und daher so clean wie möglich zu essen. Für viele bedeutet diese letzte Woche auch Entwässern, sprich sehr sehr viel Wasser trinken und zum Wettkampf hin immer weniger bis fast nichts mehr, um so trocken wie möglich zu sein.

Ich habe mich auf ausreichend Wasser trinken und sehr sehr clean essen beschränkt. Es gab bei mir täglich morgens Haferflocken mit Beeren, mittags und abends Reis mit Brokkoli und Tofu. Als Snack einen Proteinshake und Reiswaffeln. Und -neben Wasser und Tee- Kaffe natürlich 😀

Der Wettkampftag

Am großen Tag gab es einiges an Reiswaffeln mit etwas Marmelade, aus Sicherheitsgründen habe ich aber zu den Baby-Reiswaffeln mit Obst-Geschmack gegriffen und sie direkt „roh“ gegessen 😉

Außerdem gab es mittags noch eine große Schale Haferflocken (mit heißem Wasser aufgequollen und Stevia gesüßt). Direkt vor Ort und vor dem Wettkampf ebenfalls Baby-Reiswaffeln.

 

– Das Training –

Das Training während der Diät

Mein Training habe ich beibehalten und auch versucht, die Gewichte so hoch wie möglich zu halten. Ich habe weiterhin im 2er-Split (Oberkörper-Unterkörper) und im Wiederholungsbereich von 8-12 trainiert. Eine Trainingseinheit ging bei mir nach wie vor eine Stunde. Zusätzlich habe ich dann meistens noch 10-20 Minuten Cardio rangehangen, z.B. auf dem Laufband (Gehen oder leichtes Joggen) oder ging länger spazieren, um mein Kaloriendefizit dauerhaft zu halten. Während einer langen Diät fährt nämlich der Stoffwechsel immer weiter herunter, weshalb ich mir mein Defizit zum Schluss wirklich erkämpfen -oder eben erlaufen- musste 😉

 

Das Training in der Peak Week

5 Tage vor dem Wettkampf habe ich das letzte Mal die Beine trainiert, damit sie am Wettkampftag nicht noch „zu voll“, also zu durchblutet und dadurch aufgepumpt, und weniger definiert waren. 4 Tage vorher habe ich das letzte Mal den Oberkörper trainiert. Danach gab es nur noch Posing-Training.

Das Posing

Das Posing habe ich mir auf YouTube angesehen. Beim NAC ist das Line Up simpler als bei den größeren Verbänden, für die eine Art Choreographie einstudiert wird.

Um mich zu verbessern, habe ich mich immer mit dem Handy gefilmt und vorm Spiegel geübt, alle Muskelgruppen gut anzuspannen und zu „präsentieren“.

Das ist übrigens auch für das alltägliche Training super hilfreich, da man so lernt, die Muskeln gezielt anzuspannen und damit während des Trainings einen noch intensiveren Muskelreiz zu setzen.

 

– Styling & Co. –

Der Bikini

Dadurch, dass ich mich so spontan für den Wettkampf (drei Monate vorher) entschied, gerade auf Wohnungssuche war und mein Fernstudium begonnen hatte, war natürlich nicht soo viel Geld für einen teuren Wettkampfbikini übrig. Ursprünglich wollte ich einen „normalen“ Bikini in Triangel-Form und mit knappem Höschen kaufen und mit Swarovski-Steinchen bekleben. Einen geeigneten Basis-Bikini im normalen Geschäft zu finden erwies sich jedoch als unmöglich.

Also ging ich den Kompromiss ein und bestellte  bei Muscle Dazzle diesen uni-farbenden Bikini in türkis mit Glitzer-Konnektoren, einer Maßanfertigung und der richtigen Form. Dazu Swarovski-Steinchen und fertig war der Wettkampfbikini! Mit 200€ war ich dann im Endeffekt dabei. Immer noch teuer, aber für so einen Bikini noch die so ziemlich günstigste Variante.

Die Schuhe

Auch nach den Schuhen wollte ich im normalen Schuhgeschäft suchen. Es blieb jedoch auch hier bei der Suche danach.

Im Endeffekt bestellte ich dann online bei Crazy Heels und hatte Glück, für 26€ im Ausverkauf ein passendes Paar zu finden.

 

Die Farbe

Hier griff ich auf Empfehlung einer Freundin zu Top Tan. Diese Farbe ist sehr flüssig, aber auch sehr ergiebig und hat einen sehr schönen Farbton ergeben (dunkel, aber natürlich, nicht extrem gelb).

Die Farbe wird höchstwahrscheinlich nicht vegan sein, aber ich hatte keine Alternative, um den gewünschten Ton für die Bühne zu erzielen. Wenn jemand einen Tipp hat, gern in die Komentare damit 😉

 

Der Abend vorher: einmal Bräune, bitte!

Eine sehr gute Freundin (die, die mich zum Wettkampf überredete!) war so lieb, mir beim Anmalen einen Tag vorher zu helfen. Mit einem Schwamm trug sie in kreisenden Bewegungen die sehr flüssige Farbe von Top Tan auf. Das Gesicht sparten wir dabei aus. Die Farbe ist super ergiebig und die Flasche noch fast voll. Wir trugen drei Schichten auf, eine vierte hätte aber auch nicht geschadet.

Vor dem Auftrag peelte ich meine Haut sehr gründlich und cremte mich nicht ein, da dies die Haltbarkeit gefährdet.

Leider habe ich zu Allergie-neigende und empfindliche Haut, wodurch die Farbe an manchen Stellen beim Auftragen nicht halten wollte und sich die Haut teilweise sogar etwas „pellte“. Da hatten wir schon richtig Panik, da dadurch ausgerechnet meine Stärken Schultern und Rücken hell blieben…

Aber glücklicher Weise bräunte die Farbe über Nacht noch etwas nach und morgens sah das Gesamtbild einfach nur schön gebräunt aus.

Die TopTan Farbe hat übrigens absolut gar nicht auf mein Bettlaken gefärbt! Es war zwar eh Bettwäsche, die zum „Einsauen“ gedacht war, aber die war am Morgen einfach noch sauber.. sehr erstaunlich 😀

 

Der Wettkampftag

Zum Wettkampf selbst ist gar nicht so viel zu sagen, da alles total chaotisch ablief und ich im Endeffekt nur mit einer weiteren Kandidatin auf der Bühne stand. Also verlor das Ganze dadurch den „Wettkampfcharakter“.

Morgens machte ich mich zu Hause fertig – Haare und Make Up. Das Make Up schön kräftig für die Bühne 😉

Vor Ort ging es zur Anmeldung und hinter die Bühne. Dort legte ich nochmal Make Up nach, legte dann die Beine hoch und versuchte noch etwas zu entspannen. Im Vergleich zu den anderen Teilnehmerinnen (bis auf meine Konkurrentin alle aus der 30+ Bikini Shape) war ich super schmal, zierlich und dünn. Dass ich keine Form für die große Bühne hatte, wusste ich, aber das hat mich dann doch nochmal sehr verunsichert, obwohl ich beim Blick in den Spiegel sehr sehr zufrieden mit mir war! Das war meine absolute Bestform bis dato.

Kurz bevor es auf die Bühne ging, „pumpte“ ich mich mit Kurzhanteln und Gymnastikbändern nochmal etwas auf und aß einige Reiswaffeln.

Dann ging es los und war so schnell vorbei, dass ich kaum was mitbekommen habe. Das Posing habe ich -meiner Meinung nach- ziemlich verhauen, weil ich mich so beeilt habe, da wir ja nur zu zweit auf der Bühne waren und ich bei jedem Posen-Wechsel dachte, meine Mitstreiterin wäre bereits in Pose und ich müsse schnell nachziehen. Dadurch standen vor allem meine Beine die meiste Zeit zu weit auseinander. Gezittert habe ich auch wie verrückt und an das ständige Lächeln musste ich mich auch ein paar Mal erinnern 😀

Dann war alles vorbei und wir mussten erst wieder auf die Bühne, als die Siegerehrung stattfand.

Aus gegebenen „Umständen“ ergatterte ich so einen Pokal und belegte Platz 2.

Auch, wenn ich mir das Ganze etwas anders vorgestellt hatte, war es eine unfassbar tolle Erfahrung und ich bin nun sehr motiviert, ordentlich Muskeln aufzubauen, um in Zukunft nicht mehr so schmal aus Diäten herauszugehen!

 

Meine Unterstützung

Was den Tag aber am unbeschreiblichsten für mich gemacht hat, waren all die tollen Menschen, die zur Unterstützung mitgekommen sind… und das ohne, dass ich sie darum „gebeten“ habe. Sie haben alle beschlossen, mitzukommen und das allein hat den Tag für mich zu etwas Unvergesslichem gemacht! Nochmal ein ganz ganz großes Danke an alle die mitgekommen sind, ihr habt den Tag zu einem der allerschönsten in meinem Leben gemacht!

 

Fazit

Was würdest Du anders machen?

Gar nichts! Die Erfahrung war einmalig und dafür, dass ich neben Wohnungssuche, Umzugsstress und Arbeit den Wettkampf spontan vorbereitet habe, keine Ausnahme beim Essen oder Training gemacht habe und trotz Erkältung zwei Wochen vor dem Wettkampf durchgehalten habe, bin ich sehr sehr zufrieden gewesen mit dem Ergebnis!

Für die großen Bühnen brauche ich natürlich noch wesentlich mehr Masse, aber das stand hier nicht im Fokus. Hier ging es mir um die Erfahrung und darum, ein Gefühl dafür zu bekommen.

Möchtest Du wieder auf die Bühne?

Ich kann mit definitiv vorstellen, noch eimal einen Wettkampf zu machen. Aber wie oben schon erwähnt mit mehr Masse. Ob und wann das tatsächlich der Fall sein wird, das werdet ihr mitbekommen 😉 Jetzt genieße ich aber erstmal mein Essen, den Aufbau und das Leben in meiner kleinen eigenen ersten Wohnung und mache mir keinerlei Gedanken über Wettkampfdiäten!

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